Ratgeber 4 Min. Lesezeit

Notstrom oder Ersatzstrom – was bei einem Stromausfall mit Ihrer PV-Anlage passiert

Eine übliche Photovoltaikanlage schaltet bei einem Stromausfall ab. Was Notstrom und Ersatzstrom unterscheidet und was ein Speicher dabei leistet.

Wohnico GmbH · aktualisiert am 4. November 2026

Stromausfall im Dorf: Nur ein Haus mit Photovoltaik und Speicher hat Licht

Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass ihre Photovoltaikanlage bei einem Stromausfall einfach weiterläuft. Bei einer Standardanlage ist das nicht so. Selbst bei bestem Sonnenschein bleibt das Haus dann ohne Strom. Mit der passenden Technik lässt sich das ändern. Was dafür nötig ist, hängt davon ab, wie viel Versorgung Sie im Ernstfall brauchen.

Warum eine Standardanlage abschaltet

Ein üblicher Wechselrichter ist netzgeführt. Er richtet sich nach Spannung und Frequenz des öffentlichen Netzes und speist im gleichen Takt ein. Fällt das Netz aus, fehlt ihm dieser Takt.

Dazu kommt eine Schutzfunktion. Anlagen, die ins Niederspannungsnetz einspeisen, brauchen einen Netz- und Anlagenschutz nach der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105. Er trennt die Anlage innerhalb kürzester Zeit vom Netz, sobald Spannung oder Frequenz den zulässigen Bereich verlassen. So kann keine Anlage Leitungen unter Spannung setzen, an denen Monteure des Netzbetreibers gerade arbeiten.

Für Sie heißt das: Ohne zusätzliche Technik ist die Anlage während eines Stromausfalls außer Betrieb. Das gilt auch für Anlagen mit Speicher, wenn das System keine Not- oder Ersatzstromfunktion hat.

Notstromsteckdose und Ersatzstrom

Im Handel werden die Begriffe nicht einheitlich verwendet. Meist unterscheidet man zwei Stufen.

Notstromsteckdose und Ersatzstrom im Vergleich
NotstromsteckdoseErsatzstrom
Was versorgt wirdEine einzelne, eigens gekennzeichnete Steckdose, der Rest des Hauses bleibt ohne StromJe nach System ausgewählte Stromkreise oder das ganze Haus
UmschaltungSteckdose muss oft von Hand aktiviert werdenAutomatisch über eine Umschalteinrichtung, je nach Gerät in Sekundenbruchteilen bis einigen Sekunden
LeistungBegrenzt, reicht für Kühlschrank, Lampe oder Ladegerät, für Herd oder Heizung meist nichtHängt vom System ab

Bei einer Ersatzstromversorgung trennt die Umschalteinrichtung das Haus bei Netzausfall vom öffentlichen Netz. Der Wechselrichter baut dann im Haus ein eigenes kleines Netz auf, ein sogenanntes Inselnetz. Kehrt das Netz zurück, schaltet die Anlage wieder in den Normalbetrieb.

Davon zu unterscheiden ist ein dauerhafter Inselbetrieb ganz ohne Netzanschluss. Er kommt bei Wohnhäusern in Deutschland selten vor, etwa bei abgelegenen Hütten.

Elektrofachkraft prüft eine Ersatzstrom-Umschaltung neben dem Zählerschrank
Eine Umschalteinrichtung trennt das Haus bei Netzausfall vom öffentlichen Netz.

Was der Speicher dabei leistet

Ohne Speicher ist eine Versorgung bei Netzausfall bestenfalls tagsüber und nur bei Sonne möglich. Die Leistung der Module schwankt mit jeder Wolke. Der Speicher gleicht das aus und versorgt das Haus auch abends und nachts.

Wie gut das klappt, hängt von zwei Werten ab. Die Kapazität in Kilowattstunden bestimmt, wie viel Energie gespeichert ist. Die Leistung in Kilowatt bestimmt, wie viele Geräte gleichzeitig laufen können. Ein großer Speicher mit kleiner Ausgangsleistung bringt zum Beispiel eine Wärmepumpe womöglich nicht zum Anlaufen.

Viele Systeme erlauben, einen Teil der Kapazität als Reserve für den Notfall freizuhalten. Diese Reserve steht dann im Alltag nicht für den Eigenverbrauch zur Verfügung.

Ein Speicher macht Sie teilweise unabhängig vom Strommarkt. Vollständig unabhängig vom Netz sind Sie damit in der Regel nicht, vor allem im Winter, wenn die Module wenig liefern.

Worauf Sie bei der Planung achten sollten

  • Notwendige Geräte: Überlegen Sie, was im Ernstfall laufen muss, etwa Heizungspumpe, Kühl- und Gefriergeräte oder der Internet-Router, in Betrieben auch Lüftung oder Kühlung. Daraus ergibt sich, ob eine Steckdose reicht oder ob Ersatzstrom nötig ist.
  • Ein- oder dreiphasig: Viele einfache Systeme versorgen nur eine Phase. Für Wärmepumpe, Herd oder Maschinen mit Drehstrom braucht es ein dreiphasiges Ersatzstromsystem.
  • Passende Komponenten: Wechselrichter, Speicher und Umschalteinrichtung müssen zusammenpassen und vom Hersteller für den Ersatzstrombetrieb freigegeben sein. Am einfachsten ist es, wenn sie aus einem System stammen.
  • Netzbetreiber und Fachkraft: Die Umschalteinrichtung darf nur eine Elektrofachkraft einbauen. Wie das Haus vom Netz getrennt wird, gibt der Netzbetreiber vor. Die Anlage muss bei ihm angemeldet werden.
  • Von Anfang an mitplanen: Nicht jede Anlage lässt sich später um eine Ersatzstromfunktion erweitern. Wer sie haben möchte, sollte das schon bei der Wahl des Wechselrichters berücksichtigen.
  • Regelmäßig testen: Eine Umschaltung, die nie ausprobiert wurde, kann im Ernstfall versagen. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie den Ersatzstrombetrieb prüfen.

Viele landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung haben bereits ein Notstromaggregat. Wie es mit einer Photovoltaikanlage und einem Speicher zusammenspielt, sollte bei der Planung von Anfang an geklärt werden.

Bei unseren Anlagen ist ein Not- oder Ersatzstrombetrieb für den Fall eines Blackouts möglich. Welche Variante zu Ihrem Haus oder Betrieb passt, besprechen wir bei der Planung. Mehr über Akkus für Privat- und Gewerbekunden lesen Sie auf unserer Seite Stromspeicher.

Anrufen Dach prüfen

Wir rufen Sie an.

Name und Nummer genügen. Wir melden uns zur gewünschten Tageszeit.